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16 Tage gegen Gewalt an Frauen 2025: Sichtbar machen, was viele nicht sehen wollen 

Text: Alexandra Müller

Vom 25. November bis 10. Dezember steht die Schweiz und wie viele weitere Länder im Zeichen der Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen». 2025 widmen sich die Aktionstage einem oft übersehenen Thema: geschlechtsspezifische Gewalt und Behinderungen. Ein Thema, das sichtbar macht, wie eng Gewalt, Macht und Abhängigkeit miteinander verwoben sind und warum wir nicht müde werden dürfen, hinzusehen und laut zu bleiben. 

Wenn es um Gewalt an Frauen geht, denken viele an körperliche Übergriffe. Doch Gewalt ist viel mehr: Sie ist psychisch, strukturell, wirtschaftlich, digital und sie betrifft Frauen aus allen Lebensrealitäten. Jedes Jahr rückt die internationale Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» eine dieser Facetten ins Licht. Vom 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, werden schweizweit Aktionen, Workshops, Theater, Selbstverteidigungskurse und Diskussionsrunden organisiert, die eines gemeinsam haben: Sie machen sichtbar, was sonst verschwiegen wird. 

2025: Gewalt und Behinderung im Fokus 

Dieses Jahr steht ein Thema im Zentrum, das in der öffentlichen Wahrnehmung oft unsichtbar bleibt: geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen mit Behinderungen

Studien zeigen, dass Frauen mit Behinderungen zwei- bis dreimal häufiger von Gewalt betroffen sind als Frauen ohne Behinderung. Sie erleben sexualisierte, psychische und körperliche Gewalt, oft in Abhängigkeitsverhältnissen – durch Betreuungspersonen, Partner oder Institutionen. Und während das Risiko höher ist, ist der Zugang zu Schutz und Unterstützung oft niedriger. 

Notfallnummern

Polizei117
Dargebotene Hand143
Beratung für Kinder & Jugendliche147
Opferberatung Zürich044 455 21 42

Viele Opferberatungsstellen und Frauenhäuser sind nicht barrierefrei. Informationen fehlen in leichter Sprache, und das Thema wird in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen zu selten mitgedacht. 

Das ist kein Zufall, sondern ein Symptom. Ein Symptom einer Gesellschaft, die immer noch definiert, wer gehört wird und wer nicht. 

28 Femizide in der Schweiz (Bis November 2025) 

Während wir über Gleichstellung sprechen, sterben Frauen, weil sie Frauen sind. Bis November 2025 wurden in der Schweiz bereits 28 Femizide verzeichnet. 28 Leben, die ausgelöscht wurden durch patriarchale Gewaltstrukturen, die nicht ernst genug genommen werden. 

Jede einzelne dieser Frauen steht für das, was sich ändern muss: 

Mehr Schutz. Mehr Prävention. Mehr Verantwortung. 

«Das darf nicht so bleiben!»

Für uns als Frauenzentrale Zürich ist es deshalb keine Option, zu schweigen. Wir kämpfen seit über 110 Jahren für die Rechte und die Sicherheit von Frauen. Und wir wissen: Gewalt ist kein individuelles, sondern ein gesellschaftliches Problem. Es betrifft uns alle – ob direkt oder indirekt. 

Deshalb ist es unsere Pflicht, laut zu bleiben. 

Denn Schweigen schützt die Täter, niemals die Opfer. 

Wenn Bewusstsein zur Prävention wird 

Bewusstsein ist der erste Schritt zur Veränderung. Deshalb sprechen Sara und Marah in unserer aktuellen Podcast-Folge «Sara & Marah im Gespräch mit Saphir Ben Dakon» genau darüber: über geschlechtsspezifische Gewalt und Behinderungen, über Sprache, Strukturen und Sichtbarkeit. Saphir Ben Dakon teilt ihre Perspektive als Aktivistin und Frau mit Behinderung und zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, dass Gewalt in all ihren Formen benannt und verstanden wird. 

👉 Jetzt reinhören: auf Spotify oder direkt auf unserer Website

Ein Gespräch, das betroffen macht und gleichzeitig Hoffnung gibt. 

Warum wir nicht aufhören dürfen 

Gewalt an Frauen ist kein Randthema. Sie zieht sich durch unsere Gesellschaft, unsere Sprache, unsere Institutionen. Und solange Frauen Angst haben müssen, verlassen zu werden, wenn sie krank werden; solange sie um ihr Leben fürchten, weil ein Mann sich im Recht fühlt; solange Frauen mit Behinderungen nicht gehört werden, ist unsere Arbeit nicht getan. 

Die Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» erinnert uns daran, dass Veränderung nicht von allein geschieht. Sie braucht Mut, Bewusstsein und Solidarität und jede einzelne Stimme. 

Die Frauenzentrale Zürich steht an der Seite aller Frauen, die betroffen sind: sichtbar, laut und unbeirrbar. Für eine Gesellschaft, in der Gewalt keinen Platz mehr hat. 

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Auf unserem Blog findest du weitere Interviews, Artikel und Beiträge der Frauenzentrale Zürich. 

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