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Wir arbeiten nicht umsonst und wir kämpfen weiter

Text: Alexandra Müller

Der Jahresbeginn ist immer auch ein Moment des Innehaltens. Wir schauen zurück, wir schauen nach vorn und wir fragen uns, wo wir stehen. In diesem Jahr fällt der Equal Pay Day in der Schweiz auf den 13. Februar. Das ist ein bisschen früher als in den vergangenen Jahren. Und ja, das ist eine gute Nachricht.

Es ist eine Verbesserung. Keine riesige. Keine, die uns zurücklehnen lässt. Aber eine, die zeigt: Es bewegt sich etwas. Und genau das ist wichtig. 

Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen rechnerisch «gratis» arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar bezahlt werden. Dass dieser Tag nun etwas früher im Jahr liegt, bedeutet: Die Lohnlücke ist minim kleiner geworden. Jeder einzelne Prozentpunkt weniger steht für mehr Gleichberechtigung, mehr finanzielle Sicherheit für Frauen und für eine gerechtere Gesellschaft insgesamt. 

«Die Lohnlücke ist kleiner geworden.»

Gleichzeitig wissen wir alle: Wir sind noch lange nicht dort, wo wir gerne wären. Lohngleichheit ist noch immer keine Selbstverständlichkeit. Sie ist kein Zustand, der sich von selbst einstellt. Sie ist das Resultat von jahrelanger Arbeit, von politischem Engagement, von Forschung, von Sensibilisierung und von mutigen Menschen, die Ungerechtigkeiten sichtbar machen und Veränderungen einfordern. 

Gerade deshalb ist es so wichtig, auch kleine Fortschritte anzuerkennen. Nicht aus Naivität. Sondern aus Überzeugung. Denn gesellschaftlicher Wandel passiert selten in grossen Sprüngen. Er passiert Schritt für Schritt. Manchmal leise. Manchmal zäh. Aber er passiert, wenn wir dranbleiben. 

  • 2009: ca. 20 %
  • 2010–2012: ca. 19 %
  • 2013–2015: ca. 18 %
  • 2016–2018: ca. 15 %
  • 2019–2020: ca. 14.6 %
  • 2021–2022: ca. 14.4 %
  • 2023–2024: ca. 13.8 %
  • 2025: ca. 12.6 %
  • 2026: ca. 12.1 % 

Der offizielle Equal Pay Day in der Schweiz wird nicht rückwirkend neu berechnet, sondern jeweils so kommuniziert, wie er damals festgelegt wurde. 2009 lag der Equal Pay Day noch Mitte März bei rund 20 Prozent. Heute ist er Mitte Februar bei gut 12 Prozent. Mehr Infos auf der Seite von BWP Switzerland.

Für viele Frauen bedeutet die Lohnlücke ganz konkret weniger Spielraum im Alltag. Weniger Rücklagen. Weniger finanzielle Unabhängigkeit. Höhere Risiken im Alter. Lohngleichheit ist deshalb nicht nur eine Frage der Fairness. Sie ist eine Frage von Sicherheit, von Selbstbestimmung und von Lebensqualität. 

Als Frauenzentrale Zürich setzen wir uns seit Jahrzehnten dafür ein, dass Frauen ihre Rechte kennen, einfordern und leben können. Wir begleiten Frauen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen, wir leisten politische Arbeit, wir vernetzen, informieren und stärken. Das Thema Lohngleichheit zieht sich dabei wie ein roter Faden durch viele unserer Angebote und Positionierungen. 

Wir sprechen über strukturelle Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt. Über Teilzeitarbeit und Care-Arbeit. Über fehlende Transparenz bei Löhnen. Über Rollenbilder, die sich hartnäckig halten. Und wir sprechen darüber, was es braucht, damit sich wirklich etwas verändert. 

Der Equal Pay Day ist für uns kein symbolischer Aktionstag, den man einmal im Jahr abhakt. Er ist ein Anlass zum Hinschauen. Zum Nachfragen. Zum Dranbleiben. Und auch zum Feiern dessen, was bereits erreicht wurde. 

Denn jede Verbesserung ist das Ergebnis von Menschen, die sich eingesetzt haben. Von Organisationen, die unbequem geblieben sind. Von Politikerinnen und Politikern, die sich für Gleichstellung starkmachen. Von Aktivistinnen, von Fachstellen, von engagierten Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern. Und von Frauen, die ihre Stimme erheben und sich nicht mit Ungleichheit abfinden. 

Diese Fortschritte verdienen Anerkennung. Nicht, um uns zufriedenzugeben, sondern um Kraft zu schöpfen. Motivation ist ein entscheidender Faktor für Veränderung. Wenn wir sehen, dass etwas «geht», bleiben wir eher dran. Wir wissen dann: Unser Engagement wirkt. 

«Motivation ist ein entscheidender Faktor für Veränderung.»

Am 13. Februar erinnern wir daran. Laut, sichtbar und gemeinsam. Und wir sagen auch: Wir geben uns nicht mit dem Erreichten zufrieden. Aber wir würdigen es. Denn jeder Schritt zählt. Jeder Prozentpunkt weniger Lohnlücke ist ein Gewinn. Für Frauen. Für Familien. Für unsere ganze Gesellschaft. 

Lasst uns diesen Moment nutzen. Zum Feiern. Zum Weiterdenken. Und vor allem zum Weiterkämpfen. Gemeinsam.  

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